Den Ferienob steuergünstig gestalten

Den Ferienob steuergünstig gestalten

Es ist Ferienzeit. Viele Jugendliche verdienen sich in diesen Tagen etwas zum Taschengeld dazu.

Meist zahlt ein Ferienjobber sowieso keine Steuern, da in Steuerklasse I erst ab 11415 EUR Bruttolohn im Kalenderjahr Lohnsteuer anfällt.

Der Ferienjobber hat dem Arbeitgeber folgende Daten zur Verfügung zu stellen:

  •  die Steuer-Identifikationsnummer,
  • das Geburtsdatum und
  • die Auskunft darüber, ob es sich um das erste Beschäftigungsverhältnis handelt.

Bei der Lohnrechnung können anhand dieser Informationen die notwendigen Daten für den Lohnsteuerabzug beim Finanzamt elektronisch abgerufen werden. Der Ferienjobber erhält zudem am Ende eine Lohnsteuerbescheinigung mit allen Angaben über gezahlte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

Bei einer Tätigkeit in einer gemeinnützigen Organisation (z.B. Sportvereine) kann diese, mit bis zu 2.400 EUR jährlich als Übungsleiterpauschale steuerfrei bleiben.

Bröschüre: Steuertipps für Schüler und Studierende

 

Teilzeit – Ein Recht für Arbeitnehmer

Teilzeit – Ein Recht für Arbeitnehmer

In der heutigen Zeit spielt die Work-Life-Balance eine große Rolle. Man ist so schon rund um die Uhr erreichbar und macht sich ständig Gedanken um die Arbeit.

Um ein wenig mehr vom eigenen Leben zu haben, denken nun viele über Teilzeit nach, wissen aber nicht, dass Sie einen Rechtsanspruch haben. Denn:

Arbeitnehmer, die in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern arbeiten und länger als 6 Monate dort angestellt sind, haben diesen Rechtsanspruch zur Reduzierung der Arbeitszeit (siehe: Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG).

Der Arbeitnehmer muss hierfür einen Antrag 3 Monate vor Beginn der Teilzeit bei seinem Arbeitgeber einreichen. Das Arbeiten in Teilzeit kann und darf nicht vom Arbeitgeber im Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden.

Achten Sie darauf, dass Ihr jetziger Urlaubsanspruch richtigerweise weiter Bestand hat. Denn der innerhalb der Vollzeit erworbene Urlaubsanspruch bleibt voll erhalten und kann auch noch nach dem Wechsel in die Teilzeit beansprucht werden.

Weniger Bürokratie – schärfere Voraussetzungen für Kapitalgesellschaften – Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG)

Weniger Bürokratie – schärfere Voraussetzungen für Kapitalgesellschaften – Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG)

Am 22.07.2015 wurde das BilRUG im Bundesgesetzblatt verkündet. Der versprochene Abbau der Bürokratiekosten wird vor allem durch Veränderungen der Schwellenwerte erreicht.

Einzelgewerbetreibende sind nicht buchführungspflichtig, wenn ihr Umsatz unter 600.000 EUR und der Gewinn unter 60.000 EUR bleibt. Sie können ihren Gewinn also mittels Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln.

Eine Kapitalgesellschaft muss an mindestens 2 hintereinander liegenden Bilanzstichtagen mindestens 2 Werte unterschreiten, um sich einer der vier Größenklassen zuzuordnen. Beispiel: X-Gmbh erzielt 2013 und 2014 650.000 EUR Umsatz, die Bilanzsumme beträgt 325.000 EUR an und hat 9 Mitarbeiter. Somit wäre sie im KJ 2014 als KleinstKapG einzuordnen. Steigt der Gewinn nun in 2015 auf 360.000 EUR an und ein Mitarbeiter kommt dazu, könnte sie sich in 2015 nur noch als Kleine KapG einordnen.

Schwellen der Größenklassen nach § 267 HGB nach BilRUG

Es ist zu beachten, dass die erhöhten Schwellenwerte nur dann bereits rückwirkend für Wirtschaftsjahre die nach dem 31.12.2013 beginnen Anwendung finden dürfen, wenn zugleich mit den erhöhten Werten auch die neue Umsatzerlösdefinition angewendet wird. Die Definition der Umsätze von gewöhnliche für das Unternehmen typische Erlöse wird ausgeweitet auf alle Erlöse aus dem Verkauf und der Vermietung oder Verpachtung von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen. In die Berechnung der Bilanzsumme sind nunmehr die aktiven latenten Steuern einzubeziehen. Eine noch im Regierungsentwurf eingeräumte Möglichkeit, das BilRUG insgesamt vorzeitig anzuwenden, wurde gestrichen.

Für KleinstKapG und Kleine KapG gibt es folgende Erleichterungen beim Aufstellen der Jahresabschlüsse.

Erleichterungen im Jahresabschluss

Die übrigen geänderten Vorschriften und die §§ 267, 267a, 277 und 293 HGB-BilRUG, wenn sie nicht bereits vorzeitig Anwendung gefunden haben, sind für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, nun pflichtgemäß anzuwenden.

Teilweise kann durch die neuen Schwellenwerte großer Aufwand und Kosten gespart werden. Auch Steuerberaterkosten oder Kosten für die in § 3 Nr.1 bis 3 StBerG genannten Personen und Gesellschaften, die die Befugnis zur unbeschränkten Hilfeleistung in Steuersachen haben, für die Aufstellung des Jahresabschlusses können sich somit erheblich reduzieren.

So kann z.B. auch durch rechtzeitiges Reagieren die Bilanzsumme, der Umsatz oder die Anzahl der Mitarbeiter in die richtige Richtung gelenkt werden.
• Rechnungen können z.B. kurz vor dem Bilanzstichtag bezahlt werden, was sowohl Verbindlichkeiten, als auch Bankguthaben reduziert.
• Nicht mehr benötigtes Anlagevermögen oder Vorräte können verkauft werden und mit den Erlösen können Kredite oder andere Verbindlichkeiten getilgt werden.
• Gewinnvorträge können ausgeschüttet werden. Somit wird das Eigenkapital oder das Bankguthaben reduziert.
• Bonivereinbarungen mit Kunden können bereits im Dezember ausgezahlt werden.
• Lieferungen können in Absprache mit Kunden auf den ersten Monat des neuen Jahres verschoben werden.

Lesen Sie hierzu auch: Haufe.de

 

Betriebsprüfung – Mitarbeiterrabatte bei Apotheken

Betriebsprüfung – Mitarbeiterrabatte bei Apotheken

Oftmals bekommen Mitarbeiter von Apotheken die Medikamente zum Einkaufspreis zzgl. Umsatzsteuer. Ein geldwerter Vorteil entsteht hieraus, soweit der Rabatt größer ist als 4% des ortsüblichen Abgabepreises.

Es ist daher darauf zu achten, dass die Rabattgewährung innerhalb dieser Grenze erfolgt, da die Sachbezüge bei Überschreitung lohnsteuerpflichtig werden.

Pauschalbesteuerung bei Geschenken an Geschäftspartner

Pauschalbesteuerung bei Geschenken an Geschäftspartner

Mit Schreiben vom 19.05.2015 hat die Finanzverwaltung ihr Schreiben zur Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen nach § 37b EStG aktualisiert.

Grundsätzlich können „Steuerpflichtige die Einkommensteuer einheitlich für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten betrieblich veranlassten Zuwendungen, die zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder Gegenleistung erbracht werden und Geschenke unter 35 EUR an Nichtarbeitnehmer mit einem Pauschsteuersatz von 30 Prozent erheben“.

Das bedeutet, dass ein Unternehmer Geschenke an Geschäftspartner die pauschale Einkommensteuer mittels einer Lohnsteueranmeldung abführen kann. Ansonsten muss der Beschenkte den Wert seines erhaltenen Geschenkes selbst versteuern.

Für den Schenker ist die pauschalisierte Einkommensteuer als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Sachzuwendungen und Streuwerbeartikel unter 10 EUR müssen nicht versteuert werden.

 

Steuerberater darf Mindestlohneinhaltung bescheinigen

Schaltet ein Unternehmer einen Subunternehmer ein, haftet der auftragserteilende Unternehmer für die Einhaltung des Mindestlohns beim Subunternehmer. Daher werden einige Steuerberater von ihren Mandanten gebeten, zu bescheinigen, dass diese die Vorschriften des Mindestlohngesetzes eingehalten haben. Steuerberater sind im Hinblick auf die Vorschriften des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) zur Erstellung dieser Bescheinigungen im Zuge einer Nebenleistung zur Lohnbuchführung befugt.

Gleichzeitig ist die Ausstellung einer Bescheinigung durch den Steuerberater, dass die Vorschriften des Mindestlohngesetzes durch den Mandanten eingehalten wurden, über ihre Berufshaftpflichtversicherung versichert. Steuerberater und ihre Mandanten sind damit im Falle eines Fehlers vor finanziellen Schäden geschützt.

Umsatzsteuer – Bemessungsgrundlage bei Verkäufen auf Handelsplattformen

Verkauft ein Unternehmer seine Waren über sogenannte Handelsplattformen, muss er meist eine am Erlös berechnete Gebühr an die Plattformbetreiber zahlen. Oft wird diese vom Betreiber sofort mit dem Erlös verrechnet und nur der Differenzbetrag an den verkaufenden Unternehmer ausgezahlt.

Die Umsatzsteuer muss jedoch zwingend auf den Verkaufspreis berechnet werden, da die Gebühr der meist im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässigen Betreiber eine sonstige Leistung ist. Der verkaufende Unternehmer hat hierauf Umsatzsteuer nach § 13b UStG abzuführen, kann diese dann aber als Vorsteuer wieder in Abzug bringen.

Wohnungseigentumsrecht – „Laden“ darf nicht als Gaststätte genutzt werden

Der BGH gab einer Wohneigentümergemeinschaft recht, dass eine als „Laden“ ausgewiesene Teileigentumseinheit nicht als Gaststätte genutzt werden darf.

Bei anderen zweckentfremdeten Nutzungen ist darauf abzustellen, inwieweit sich die Nutzungen voneinander unterscheiden.

Im Urteilsfall handelte es sich um die nächtliche Öffnung einer Gaststätte in Räumen, die als Laden ausgewiesen waren. Dies wurde untersagt.

BGH, Urteil v. 10.7.2015 – V ZR 169/14

Investitionsabzugsbetrag – Wie und wann aufzulösen?

Investitionsabzugsbetrag – Wie und wann aufzulösen?

Es gibt 4 Möglichkeiten der Auflösung eines geltend gemachten Investitionsabzugsbetrages. (Grundlagenwissen zum Investitionsabzugsbetrag „IAB“ finden Sie hier.)

1. Grundsätzlich wird der IAB in dem Jahr aufgelöst, in dem das geplante Wirtschaftsgut tatsächlich angeschafft wird. Der Gewinn wird dann durch die Auflösung des IAB erhöht, kann jedoch durch die Inanspruchnahme der Abschreibung und Sonderabschreibung wieder gemindert werden.
2. Sollte bei 1. der Fall eingetreten sein, dass der ursprünglich in Abzug gebrachte IAB größer war als die jetzigen Anschaffungskosten, muss rückwirkend im Jahr der Inanspruchnahme der Gewinn um die Differenz zwischen IAB und Anschaffungskosten wieder erhöht werden.
3. Sollte die Investitionsabsicht vorzeitig entfallen, wird der IAB im Jahr der Inanspruchnahme rückwirkend gewinnerhöhend aufgelöst.
4. Sollte das geplante Wirtschaftsgut nicht innerhalb der drei Jahresfrist angeschafft werden, muss der IAB zwangsläufig rückwirkend im Jahr der Inanspruchnahme gewinnerhöhend aufgelöst werden.

Bis zum Urteil des BFH (v. 11.7.2013, IV R 9/12) galt die Auffassung, dass bei der rückgängigen Auflösung des IAB im Ursprungsjahr Zinsen in Höhe von 0,5% pro Monat ab dem 16. Kalendermonat nach Ende des Wirtschaftsjahres der Inanspruchnahme fällig werden. Der BFH verneinte dies, da seiner Auffassung nach die rückwirkende Auflösung ein sog. rückwirkendes Ereignis darstellt und der Zinslauf so erst 15 Kalendermonate nach Bekanntgabe dessen beginnt.
Durch das AmtshilfeRichtlinienUmsetzungsGesetz wurde die rückwirkende Verzinsung jedoch mit dem Gesetz vereint und ist nun nicht mehr vermeidbar. Für alle ab 2013 gebildeten Investitionsabzugsbeträge gilt nun die rückwirkende Verzinsung.

Beispiel:

Unternehmer U entscheidet sich 2013 aufgrund eines sehr gut laufenden Wirtschaftsjahres demnächst einen neuen Transporter anzuschaffen. Dieser soll voraussichtlich 50.000 EUR kosten, also wird ein IAB von 20.000 EUR gewinnmindernd berücksichtigt. Im Kalenderjahr 2015 gibt U die Investitionsabsicht auf, da er von den 50.000 EUR eine neue Drehmaschine kaufen muss, da seine bisherige nicht mehr funktioniert und teilt dies seinem Steuerberater mit. Dieser übermittelt die Daten unverzüglich an das Finanzamt wodurch mit Datum vom 15.10.2015 ein neuer Einkommensteuerbescheid für 2013 erlassen wird. U soll nun 1000,00 EUR Einkommensteuer nachzahlen und für die Monate April bis September 2015 (6×0,5%=3%) noch 30 EUR Zinsen.
Wie bereits in unserem Beitrag „Investitionsabzugsbetrag 2.0“ berichtet, kann Unternehmer U, wahrscheinlich ab 2016 den in Abzug gebrachten IAB für einen Transporter nun auch mit der neu angeschafften Drehmaschine verrechnen, wodurch eine rückwirkende Auflösung und Verzinsung entfällt.

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