Besteuerungsverfahren soll vereinfacht werden

Besteuerungsverfahren soll vereinfacht werden

Am 9.12.2015 veröffentlichte die Bundesregierung den Gesetzentwurf zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens.

Im Wesentlichen soll es folgende Veränderungen geben:

 

  1. Steigerung von Wirtschaftlichkeit und Effizienz durch einen verstärkten Einsatz der Informationstechnologie und einen zielgenaueren Ressourceneinsatz
  2. Vereinfachte und erleichterte Handhabbarkeit des Besteuerungsverfahrens durch mehr Serviceorientierung und nutzerfreundlichere Prozesse
  3. Neugestaltung der rechtlichen Grundlagen, insbesondere der Abgabenordnung (AO) im Hinblick auf die sich stellenden Herausforderungen und die dafür vorgesehenen Lösungsansätze.

 

Unter anderem soll nun geregelt werden, dass künftig Steuerbescheide auch elektronisch übermittelt bzw. bereitgestellt werden können.

 

Des Weiteren wird das Finanzamt in Zukunft ausdrücklich dazu verpflichtet Bevollmächtigte die geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leisten, ohne dazu befugt zu sein, zurückzuweisen. Dies ist ganz besonders wichtig für Steuerpflichtige wie Gewerbetreibende, die womöglich nicht erkennen konnten, dass der Hilfeleistende keine Person des § 3 Steuerberatungsgesetzes ist.

 

Auch die Verlängerung der Abgabefrist von Steuererklärungen durch Steuerberater bis zum 28.2. des zweiten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres ist zu begrüßen. Oftmals wurden vor dem 31.12. noch viele Fristverlängerungsanträge an die Finanzämter versandt. Dieser Papierwust soll nun entfallen. Künftig sollen dafür aber sofort mit verspäteter Abgabe der Steuererklärungen Verspätungszuschläge festgesetzt werden. Diese werden nun klar definiert und betragen dann 0,25% mindestens 50 EUR für jeden angefangenen Kalendermonat der Verspätung.

 

Ziel der gesamten Gesetzesänderungen sollen Digitalisierung/Technisierung, Internationalisierung/Globalisierung und Effizienzverbesserungen bei den Finanzbehörden sein.

 

Es bleibt abzuwarten, welche Änderungen sich am Ende durchsetzen. Grundsätzlich dürfte eine Digitalisierung jedoch zu begrüßen sein.

 

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Die neuen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung – Ab 1.1.2016 wird es ernst!

Die neuen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung – Ab 1.1.2016 wird es ernst!

Am 14.11.2014 (Link zum BMF-Schreiben) hat das Bundesministerium für Finanzen ein 37 Seiten langes Schreiben zur Anwendung der neuen GoBD – Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff – veröffentlicht und damit viele neue Fragen aufgeworfen (Kurzfassung des Schreibens). Die GoBD lösen nun die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ab.

Grundsätzlich ist allein der Steuerpflichtige für die Ordnungsmäßigkeit elektronischer Bücher zuständig. Dies gilt auch bei einer teilweisen oder vollständigen organisatorischen und technischen Auslagerung von Buchführungs- und Aufzeichnungsaufgaben auf Dritte (z. B. Steuerberater oder Rechenzentrum).

Die Ordnungsmäßigkeit elektronischer Bücher und sonst erforderlicher elektronischer Aufzeichnungen ist nach den gleichen Prinzipien zu beurteilen wie die Ordnungsmäßigkeit bei manuell erstellten Büchern oder Aufzeichnungen.

Egal in welcher Form, bei der Führung von Büchern sind folgende Anforderungen zu beachten:

• Grundsatz der Nachvollziehbarkeit und Nachprüfbarkeit,
• Grundsätze der Wahrheit, Klarheit und fortlaufenden Aufzeichnung
• Vollständigkeit
• Richtigkeit
• zeitgerechte Buchungen und Aufzeichnungen
• Ordnung
• Unveränderbarkeit

Jeder Geschäftsvorfall ist zeitnah, d.h. möglichst unmittelbar nach seiner Entstehung in einer Grundaufzeichnung oder in einem Grundbuch zu erfassen. Eine Erfassung von unbaren Geschäftsvorfällen innerhalb von zehn Tagen ist unbedenklich. Kasseneinnahmen und Kassenausgaben sollen nach §146 Absatz 1 Satz 2 AO täglich festgehalten werden. Nach den GoB müssen die Geschäftsvorfälle grundsätzlich laufend gebucht werden (Journal). Es widerspricht dem Wesen der kaufmännischen Buchführung, sich zunächst auf die Sammlung von Belegen zu beschränken und nach Ablauf einer langen Zeit auf Grund dieser Belege die Geschäftsvorfälle in Grundaufzeichnungen oder Grundbüchern einzutragen.

Bei zeitlichen Abständen zwischen Erfassung und Buchung, die über den Ablauf des folgenden Monats hinausgehen, sind die Ordnungsmäßigkeitsanforderungen nur dann erfüllt, wenn die Geschäftsvorfälle vorher fortlaufend richtig und vollständig in Grund(buch)aufzeichnungen oder Grundbüchern festgehalten werden.

Folgende Fragen könnten nun bei Ihnen aufkommen:

• Was bedeutet die Acht- bzw. Zehn-Tage-Frist zu Erfassung von Geschäftsvorfällen?
• Darf ich keine Belege und Unterlagen mehr im Microsoft Word-/Excel-Format erstellen oder aufbewahren?
• Kann ich die Papierbelege nach dem Scannen vernichten (Ersetzendes Scannen)?
• Sind Monats-, Quartals und Jahresbuchführungen nicht mehr erlaubt?
• Was ist eine geordnete Belegablage?

Hinweis: Zu den GoBD sollte bei Nutzung verschiedener Software, wie Warenwirtschaftssysteme beim Unternehmen und gleichzeitig Buchführungsprogramme beim Steuerberater, eine Verfahrensdokumentation erstellt werden. Im Erlass zu den GoBD hält die Finanzverwaltung fest, dass eine Nichtnachvollziehbarkeit oder Nichtnachprüfbarkeit der Verfahrensdokumentation einen formellen Mangel darstellt und somit zur Verwerfung der Buchführung führen kann. Deshalb muss diese zwingend zusammen mit dem Steuerberater erstellt werden, da alle Prozesse in denen Belege verändert werden könnten in der Verfahrensdokumentation berücksichtigt werden müssen.

Wir beraten Sie gern zu diesem und auch anderen Themen (z.B. Umstellung auf eine digitale Dokumentenablage) und erstellen auch gern mit Ihnen die geforderte Verfahrensdokumentation zur Beleg- und Dokumentenablage in Ihrem Unternehmen.

Bauabzugssteuer – ab 1.1.2016 auch bei Photovoltaikanlagen

Bauabzugssteuer – ab 1.1.2016 auch bei Photovoltaikanlagen

Wie in unserem Beitrag Bauleistungen – Unterschied §48b EStG und §13b UStG bereits näher erläutert, bezieht sich die Freistellungsbescheinigung nach §48b EStG auf die sog. Bauabzugssteuer. Diese hat der Gesetzgeber zur Bekämpfung der Schwarzarbeit 2001 eingeführt.

Ab dem 1.1.2016 müssen Auftraggeber nun auch 15% des Entgeltes bei Bauarbeiten an Photovoltaikanlagen einbehalten, wenn ihnen keine gültige Freistellungsbescheinigung vorgelegt wurde.

In der bisherigen Rechtsprechung und Verwaltungsauffassung galt eine Photovoltaikanlage als Betriebsvorrichtung und nicht als Bauwerk und fiel somit nicht unter die Bauabzugssteuer. Bis zum 31.12.2015 gilt eine Übergangsregelung. Maßgeblich ist der Zahlungszeitpunkt.

Als Umsatzsteuerspezialisten beraten wir Sie gern auf diesen und anderen Gebieten.

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