Pauschalbesteuerung bei Geschenken an Geschäftspartner

Pauschalbesteuerung bei Geschenken an Geschäftspartner

Mit Schreiben vom 19.05.2015 hat die Finanzverwaltung ihr Schreiben zur Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachzuwendungen nach § 37b EStG aktualisiert.

Grundsätzlich können „Steuerpflichtige die Einkommensteuer einheitlich für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten betrieblich veranlassten Zuwendungen, die zusätzlich zur ohnehin vereinbarten Leistung oder Gegenleistung erbracht werden und Geschenke unter 35 EUR an Nichtarbeitnehmer mit einem Pauschsteuersatz von 30 Prozent erheben“.

Das bedeutet, dass ein Unternehmer Geschenke an Geschäftspartner die pauschale Einkommensteuer mittels einer Lohnsteueranmeldung abführen kann. Ansonsten muss der Beschenkte den Wert seines erhaltenen Geschenkes selbst versteuern.

Für den Schenker ist die pauschalisierte Einkommensteuer als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Sachzuwendungen und Streuwerbeartikel unter 10 EUR müssen nicht versteuert werden.

 

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Investitionsabzugsbetrag – Wie und wann aufzulösen?

Investitionsabzugsbetrag – Wie und wann aufzulösen?

Es gibt 4 Möglichkeiten der Auflösung eines geltend gemachten Investitionsabzugsbetrages. (Grundlagenwissen zum Investitionsabzugsbetrag „IAB“ finden Sie hier.)

1. Grundsätzlich wird der IAB in dem Jahr aufgelöst, in dem das geplante Wirtschaftsgut tatsächlich angeschafft wird. Der Gewinn wird dann durch die Auflösung des IAB erhöht, kann jedoch durch die Inanspruchnahme der Abschreibung und Sonderabschreibung wieder gemindert werden.
2. Sollte bei 1. der Fall eingetreten sein, dass der ursprünglich in Abzug gebrachte IAB größer war als die jetzigen Anschaffungskosten, muss rückwirkend im Jahr der Inanspruchnahme der Gewinn um die Differenz zwischen IAB und Anschaffungskosten wieder erhöht werden.
3. Sollte die Investitionsabsicht vorzeitig entfallen, wird der IAB im Jahr der Inanspruchnahme rückwirkend gewinnerhöhend aufgelöst.
4. Sollte das geplante Wirtschaftsgut nicht innerhalb der drei Jahresfrist angeschafft werden, muss der IAB zwangsläufig rückwirkend im Jahr der Inanspruchnahme gewinnerhöhend aufgelöst werden.

Bis zum Urteil des BFH (v. 11.7.2013, IV R 9/12) galt die Auffassung, dass bei der rückgängigen Auflösung des IAB im Ursprungsjahr Zinsen in Höhe von 0,5% pro Monat ab dem 16. Kalendermonat nach Ende des Wirtschaftsjahres der Inanspruchnahme fällig werden. Der BFH verneinte dies, da seiner Auffassung nach die rückwirkende Auflösung ein sog. rückwirkendes Ereignis darstellt und der Zinslauf so erst 15 Kalendermonate nach Bekanntgabe dessen beginnt.
Durch das AmtshilfeRichtlinienUmsetzungsGesetz wurde die rückwirkende Verzinsung jedoch mit dem Gesetz vereint und ist nun nicht mehr vermeidbar. Für alle ab 2013 gebildeten Investitionsabzugsbeträge gilt nun die rückwirkende Verzinsung.

Beispiel:

Unternehmer U entscheidet sich 2013 aufgrund eines sehr gut laufenden Wirtschaftsjahres demnächst einen neuen Transporter anzuschaffen. Dieser soll voraussichtlich 50.000 EUR kosten, also wird ein IAB von 20.000 EUR gewinnmindernd berücksichtigt. Im Kalenderjahr 2015 gibt U die Investitionsabsicht auf, da er von den 50.000 EUR eine neue Drehmaschine kaufen muss, da seine bisherige nicht mehr funktioniert und teilt dies seinem Steuerberater mit. Dieser übermittelt die Daten unverzüglich an das Finanzamt wodurch mit Datum vom 15.10.2015 ein neuer Einkommensteuerbescheid für 2013 erlassen wird. U soll nun 1000,00 EUR Einkommensteuer nachzahlen und für die Monate April bis September 2015 (6×0,5%=3%) noch 30 EUR Zinsen.
Wie bereits in unserem Beitrag „Investitionsabzugsbetrag 2.0“ berichtet, kann Unternehmer U, wahrscheinlich ab 2016 den in Abzug gebrachten IAB für einen Transporter nun auch mit der neu angeschafften Drehmaschine verrechnen, wodurch eine rückwirkende Auflösung und Verzinsung entfällt.

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Kein Abzug als außergewöhnliche Belastung von zu hohen Anwaltskosten

Nach aktueller Rechtsprechung können Kosten eines Zivilprozesses unabhängig vom Grund der Prozessführung als außergewöhliche Belastungen abgesetzt werden, da sie grundsätzlich zwangsläufig sind, es sei denn der Prozess wurde willkürlich geführt (Urteil v. 12.5.2011 – VI R 42/10).

Nun entschied das FG Münster (Urteil v. 19.2.2015 – 12 K 3703/13 G; Revision anhängig), dass Anwaltskosten aber nur insoweit abzugsfähig sind, wie sie den Gebührenrahmen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG) nicht übersteigen.

 

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Gesetzentwurf zur Anhebung des Grundfreibetrags, des Kinderfreibetrags, des Kindergeldes und des Kinderzuschlags

Der Bundestag hat am 18.6.2015 dem Gesetzentwurf zugestimmt.

Grundfreibetrag: Damit wird der steuerliche Grundfreibetrag (aktuell 8.354 Euro) um 118 Euro auf 8.472 Euro rückwirkend zum 1.1.2015  erhöht. Ab dem 1.1.2016 ist eine Anhebung um weitere 180 Euro auf dann 8.652 Euro vorgesehen.

Kinderfreibetrag: Der steuerliche Kinderfreibetrag beträgt aktuell 7.008 Euro (einschließlich Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung) und wird rückwirkend zum 1.1.2015 um 144 Euro auf 7.152 Euro je Kind erhöht. Ab 1.1.2016 ist eine erneute Anhebung um weitere 96 Euro auf 7.248 Euro vorgesehen.

Kindergeld: Das Kindergeld beträgt derzeit monatlich 184 Euro für das erste und zweite Kind, 190 Euro für das dritte Kind und 215 Euro für das vierte Kind und weitere Kinder. Es wird rückwirkend ab 1.1.2015 um vier Euro monatlich je Kind erhöht. Ab dem 1.1.2016 ist eine Erhöhung um weitere zwei Euro monatlich je Kind vorgesehen.

Entlastungbetrag für Alleinerziehende: Der Entlastungbetrag für Alleinerziehende wird von 1.308 Euro auf 1.908 Euro angehoben und erhöht sich für jedes weitere Kind im Haushalt um 240 Euro.

Unterhaltshöchstbetrag: Der Unterhaltshöchstbetrag (§ 33a EStG) wird von 8.354 Euro auf 8.472 Euro erhöht.

Quelle: NWB.de

Update 10.7.2015: Bundesrat stimmt Gesetz zu

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„Investitionsabzugsbetrag 2.0“

Ab 2016 soll es bedeutende Änderungen zum Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG geben.
Eine „Entbürokratisierung“ wird stattfinden. Der IAB soll nun künftig auch ohne glaubhaft nachgewiesene Investitionsabsicht und Angabe der Funktionsbezeichnung in Abzug gebracht werden können. Auch in Fällen einer Betriebseröffnung kann er dann angewandt werden.
Bisher musste im Jahr der Anschaffung des Wirtschaftsgut 40% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten wieder gewinnerhöhend hinzugerechnet werden. Hier wurde ein Wahlrecht geschaffen, welches die Hinzurechnung auch durch andere angeschaffte Wirtschaftsgüter zulässt. D.h. wird ein anderes Wirtschaftsgut angeschafft, als vorgesehen war, kann auch hierfür der IAB aufgelöst werden.
Die Hinzurechnung eines IAB spätestens bis zum Ende des dritten auf das Wirtschaftsjahr des jeweiligen Abzugs folgenden WJ bleibt jedoch bestehen.
Dies geht aus dem Gesetz zur Umsetzung der Protokolländerung hervor und soll erstmals für Abzugsbeträge gelten, die in nach dem 31.12.2015 endenden Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen wurden.

Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Protokollerklärung zum Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften

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Haushaltshilfe!? – Aber bitte nicht schwarz!

Neben dem Job noch Zeit für die Familie zu haben ist oft Luxus. Da denkt man doch mal über eine Haushaltshilfe nach und da kommt auch der Gedanke auf, die Haushaltshilfe schwarz zu beschäftigen, würde Geld sparen. Aber VORSICHT!

Fahnder dürfen zwar nicht ohne Weiteres in Ihre Wohnung, sollte die Schwarzarbeit dennoch auffliegen, drohen Geldbußen bis zu 5000 EUR. Noch dicker kommt es, wenn sich die Haushaltshilfe auf dem „Arbeits“-Weg oder bei der Arbeit selbst verletzen sollte. Dann springt zwar die gesetzliche Unfallversicherung ein, holt sich aber wahrscheinlich alle entstanden Kosten beim „Arbeitgeber“ wieder.

Eine Minijob-Anmeldung ist zudem nicht schwer. Der Haushalts-Scheck ist ein unkompliziertes Formular zur Anmeldung der Haushaltshilfe. Die Minijob-Zentrale berechnet dann die Abgaben und zieht sie ein. Der Arbeitgeber muss dann für Lohnsteuer, Sozialversicherung und Umlagen maximal 14,54 % aufwenden, der Arbeitnehmer noch 13,7 %. Ansonsten gelten auch alle weiteren Bedingungen eines Arbeitsverhältnisses. Es gibt einen Urlaubsanspruch, einen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit bis zu 6 Wochen, Mutterschutz, Kündigungsfristen und Ähnliches sind einzuhalten.

20% der aufgewendeten Kosten maximal 510 EUR kann der legale Arbeitgeber nun auch in seiner Einkommensteuererklärung als steuerbegünstigte haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Dieser Betrag wird direkt mit der zu entrichtenden Einkommensteuer verrechnet.

Informieren Sie sich doch bei http://www.minijob-zentrale.de

 

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Studienkosten könnten vorweggenommene Werbungskosten sein

Derzeit können Ausbildungskosten nur als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden, wenn Sie wie bei einer Berufsausbildung auch ein Arbeitsverhältnis als Basis haben.

Das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 22/14; 2BvL 23/14; BvL 27/14) hat nun zu klären, ob diese Praxis mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Sollten nach einem Urteil auch z.B. Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten geltend gemacht werden können, kann es sich in hohem Maße lohnen, wenn man sich jetzt schon die Mühe macht und eine Einkommensteuererklärung einreicht, obwohl keine Steuern gezahlt wurden oder gezahlt werden müssen.

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Reisekostenrecht 2014

Ab dem 1.1.2014 hat sich im deutschen Reisekostenrecht Vieles verändert.

Neu ist die Definition der „ersten Tätigkeitsstätte“. Diese besagt, dass für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur „ersten Tätigkeitsstätte“ der Werbungskostenabzug mit 0,30 EUR pro Kilometer (bei einfacher Strecke) anzusetzen ist. Alle weiteren Fahrten zu z.B. anderen Betriebsstätten oder Einsatzorten sind als Auswärtstätigkeit zu definieren und mit den Reisekosten anzusetzen (gefahrene Kilometer mit je 0,30 EUR pro Kilometer). Bei Auswärtstätigkeiten von mehr als 8 Stunden kann für die ersten drei Monate an derselben Tätigkeitsstätte die Verpflegungspauschale von nunmehr 12 EUR angesetzt werden.

Dies ist nur ein kleiner Auszug der Neuerungen und gerade bei Außendienstmitarbeiten, Montagearbeitern oder anderen mit Einsatzwechseltätigkeit muss für jeden Einzelfall die Konstellation geprüft werden.

Gern helfen wir Ihnen dabei.

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Der Investitionsabzugsbetrag – schon jetzt von der Investition von morgen profitieren und Steuern sparen

Das Jahr 2014 ist zu Ende. Die Zinsen waren niedrig und die Bevölkerung hat einmal mehr ihr Geld lieber ausgegeben als gespart.

Sie haben davon profitiert und sollen auf Grund dieser Tatsache Ihr hart verdientes Geld nun an den Fiskus zahlen, dabei würden Sie lieber nächstes Jahr einen neuen LKW, einen neuen PC oder etwas anderes Grundlegendes für Ihr Unternehmen kaufen?

Der Investitionsabzugsbetrag ist für diesen Fall geschaffen worden. Sie können einen Teil des voraussichtlichen Kaufpreises Ihrer geplanten Investition bereits mit der Steuererklärung 2014 geltend machen und so die Steuerlast minimieren.

Folgendes Schema hilft Ihnen bei der Abwägung der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrages:

Schema für IAB nach §7g EStG

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