Bis 30.09. Lohnsteuerhilfen kündigen!

Immer wieder kommen Mandanten von anderen „Steuerberatern“ zu uns, weil sie dort unzufrieden sind.

Im Gespräch stellt sich oft heraus: Es war kein Steuerberater, sondern eine Lohnsteuerhilfe. Wenn wir die Mandanten darüber aufklären, sind sie oft sehr überrascht – teils glaubten sie über Jahre daran.

Wichtig zu wissen: Lohnsteuerhilfen sind fast nie Steuerberater! Es ist keine steuerliche Ausbildung Voraussetzung, um Lohnsteuerhilfe zu werden!

Ärgerlich wird es, wenn wir nach der Kündigung fragen. Diese ist bei solchen Vereinen nur bis zum 30.09. möglich, sonst erst wieder ein Jahr später.

Während Sie beim Ihrem Steuerberater ein tägliches Kündigungsrecht haben, binden diese Vereine Sie für Jahre, egal wie unzufrieden Sie sind und egal, ob Sie dort etwas anfertigen lassen. Zur Rechtfertigung haben die in Umlauf gebracht, „einmal Steuererklärung immer Steuererklärung“, was natürlich nicht wahr ist.

Bitte Achtung: Bis 30.09. können Sie die Lohnsteuerhilfen kündigen! Tun Sie dies, wenn Sie zu einem echten Steuerberater wechseln wollen, die Lohnsteuerhilfen halten Sie sonst unerbittlich am Beitrag fest und Sie haben doppelte Kosten!

Steuererklärung durch Buchhaltungsbüro bleibt verboten (BFH, Urteil v. 7.6.2017)

Buchhaltungsbüros ist es verboten, Steuererklärungen zu erstellen, auch keine Umsatzsteuervoranmeldung. Dies gilt auch dann, wenn diese automatisch erfolgt, so hat nun der Bundesfinanzhof entschieden, vgl. BFH, Urteil v. 7.6.2017, II R 22/15. Darüber hinaus dürfen diese auch in keiner Weise mitwirken, z.B. durch Vorbereitung mit anschließender Einreichung durch den Mandanten. Das gleiche gilt für sog. Unternehmensberater oder für Lohnsteuerhilfevereine, wenn diese ihre beschränkten Befugnisse überschreiten.

Häufig wissen die Mandanten jedoch gar nicht, ob sie bei einem Steuerberater oder einem Buchhaltungsbüro sind. Dies lässt sich leicht auf der Seite der Bundessteuerberaterkammer feststellen:

http://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/

Wer dort nicht genannt ist, ist kein Steuerberater, welcher bei Steuererklärungen helfen darf. Er ist nicht als Steuerberater versichert und die Finanzämter weisen seine Steuererklärungen bei Befugnisüberschreitung zurück.

(Hinweis: Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer dürfen Steuererklärungen erstellen!).

Arbeitnehmer und Firmenwagen: Jetzt selbst getragene Benzinkosten steuermindernd ansetzen!

Arbeitnehmer und Firmenwagen: Jetzt selbst getragene Benzinkosten steuermindernd ansetzen!

Der Bundesfinanzhof hat jüngst entschieden, dass ein Arbeitnehmer seine für seinen 1% versteuerten Firmenwagen selbst getragenen Kosten z.B. für Benzin und Reparaturen in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten ansetzen darf!

Gern beraten wir Sie individuell für Ihren Fall und erstellen Ihre Einkommensteuererklärung. Sprechen Sie uns gern an.

Ende für Altkassen am 31.12.2016

Mit BMF-Schreiben vom 26.11.2010 wurde für sogenannte „Altkassen“ eine Übergangsregelung bis zum 31.12.2016 geschaffen.

Registrierkassen und ähnliche Geräte wie Taxameter und Wegstreckenzähler die keine Einzelaufzeichnungsfunktion und/oder Speicherungs- bzw. Datenexportfunktion besitzen müssen nun ersetzt werden und dürfen nicht länger benutzt werden.

Es geht vor allem darum die Geschäftsvorfälle, sowie Journal-, Auswertungs- und Programmierdaten revisionssicher mind. 10 Jahre aufzubewahren und diese Daten jederzeit verfügbar, unverzüglich lesbar und maschinell auswertbar zu machen.

Die Aufbewahrungspflicht umfasst ebenso Bedienungs- und Programmieranleitungen, Handbücher, Programmierprotokolle sowie Struktur- und Verfahrensdokumentationen.

Die Härtefallregelung für nicht aufrüstbare Geräte läuft nun am 31.12.2016 ab. Es empfiehlt sich vor allem auch eine Bestätigung des Herstellers der bis hierhin genutzten Geräte zu den Geschäftsunterlagen abzulegen, welche besagt, dass dieses Gerät die Bedingungen ab dem 1.1.2017 nicht erfüllt und eine Umrüstung bzw. Neuanschaffung notwendig war.

Nun wieder eine offene Ladenkasse einzuführen, lässt sich jedoch nicht empfehlen. Auch hier gilt die grundsätzliche Einzelaufzeichnungspflicht, auf welche nur unter der Voraussetzung einer unbestimmten Vielzahl geringwertiger Barumsätze an nicht bekannte bzw. auch nicht feststellbare Personen verzichtet werden kann. Die Einzelaufzeichnungspflicht gilt zudem nicht nur für Buchführungspflichtige, sondern auch für Unternehmer die Ihren Gewinn mittels der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln.

Die Oberfinanzdirektion Karlsruhe hat am 31.10.2016 veröffentlicht, was passieren kann, wenn die Voraussetzungen nicht beachtet werden. Schlimmstenfalls kann die Kassenbuchführung komplett verworfen werden und sogar ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden.

Selbst für neue Geräte gilt jedoch: Vorsicht! Der Gesetzentwurf zum Schutz vor Manipulationen digitaler Grundaufzeichnungen sieht noch weitere Maßnahmen vor, die wahrscheinlich ab dem 1.1.2020 gelten sollen.

Wir erläutern Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch worauf Sie in Zukunft achten müssen und helfen Ihnen beim Umstieg zur revisionssicheren Buchführung. Sprechen Sie uns gern an!

Verjähringsfrist aus 2013 endet am 31.12.2016

Verjähringsfrist aus 2013 endet am 31.12.2016

Mit Ablauf des 31.12. eines jeden Jahres verjähren alle Zahlungsansprüche des täglichen Geschäftsverkehrs, die der regelmäßigen Verjährungsfrist (3 Jahre) unterliegen. Ende 2016 verjähren demnach die Forderungen, die 2013 entstanden sind. Mahnungen verhindern diese Verjährung nicht. Um die Verjährung zu hemmen, muss ein gerichtlicher Mahnbescheid möglichst noch vor Weihnachten beantragt werden. Gern sind wir Ihnen beim Mahnwesen behilflich. Bitte melden Sie sich zeitnah, sodass keine Fristen verpasst werden.

Auch umgekehrt spielt die Verjährung eine große Rolle. Sollten Sie Rechnungen aus Altjahren noch nicht beglichen haben, weil Sie die Leistung z.B. für nicht berechtigt hielten, verjähren auch die Ansprüche des Leistungserbringers an Sie.

Abzüge in der Einkommensteuererklärung steuern

Abzüge in der Einkommensteuererklärung steuern

Für die Einkommensteuererklärung gilt grundsätzlich das sogenannte Zufluss-Abfluss-Prinzip. Z.B. für die 20%ige Steuerrückerstattung bei Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen sollten Sie Rechnungen eventuell schon vor Ablauf des Zahlungsziels also noch vor dem 31.12.2016 begleichen, um diese Erstattung in 2016 geltend machen zu können.

Auch bei den Werbungskosten kann sich eine frühe Zahlung lohnen, um in einem Veranlagungszeitraum die Werbungskosten bei Überschreiten des pauschalen Werbungskostenansatzes in Höhe von 1.000 EUR geltend machen zu können.

Beispiel:

A nimmt an einer Fortbildung teil, die ihn im Quartal 500 EUR kostet. Anstatt die 3. Rate erts im Januar 2017 zu bezahlen, könnte A die Zahlung am 20.12.2016 vornehmen, um so in 2016 1.500 EUR in Abzug bringen zu können und im Jahr 2017 trotzdem einen Abzug in Höhe von 1.000 EUR zu haben.

Würde er im Januar zahlen, würden für beide Veranlagungszeiträume jeweils nur 1.000 EUR abzugsfähig sein.

ACHTUNG: A muss mehr als 10 Tage vor Ablauf des Jahres zahlen, da bei wiederkehrenden Zahlungen, Zahlungen bis zu 10 Tage vor Beginn des Veranlagungszeitraumes, diesem jedoch zugeordnet werden! Zudem gilt z.B. für bilanzierende Unternehmer nicht das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Gern prüfen wir Ihren Fall. Für eine Beratung kontaktieren Sie uns bitte.

Gewerbesteuer zerlegen: Betriebsstätten in mehreren Gemeinden

Gewerbesteuer zerlegen: Betriebsstätten in mehreren Gemeinden

Hat ein Handwerksbetrieb in mehreren Gemeinden Büro- oder Werkstatträume, muss er die Gewerbesteuer nicht nur an eine Gemeinde bezahlen, sondern anteilig an die verschiedenen Gemeinden, in denen sich Betriebsstätten befinden. Gewerbesteuerlich muss der Handwerksbetrieb hier eine Gewerbesteuerzerlegung durchführen. Dabei gelten jedoch einige Besonderheiten.

Die Arbeitslöhne, die in den betreffenden Betriebsstätten in verschiedenen Gemeinden angefallen sind, sind der Maßstab für die Gewerbesteuerzerlegung. Bei der Ermittlung der jeweiligen Arbeitslöhne je Betriebsstätte gelten folgende Besonderheiten:

  • Die Arbeitslöhne je Betriebsstätte sind auf 1.000 Euro abzurunden.
  • Bei Einzelunternehmern oder Personengesellschaften sind für die im Betrieb tätigen Unternehmer (Mitunternehmer) insgesamt 25.000 Euro Arbeitslohn anzusetzen. Waren die Unternehmer für mehrere Betriebsstätten tätig, sind diese 25.000 Euro aufzuteilen und auf die jeweiligen Betriebsstätten aufzuteilen.
  • Für jeden Arbeitnehmer darf ein maximaler Arbeitslohn von 50.000 Euro berücksichtigt werden. Konkret: Arbeitnehmer Huber verdient in Betriebsstätte A 80.000 Euro. Für die Gewerbesteuerzerlegung ist nur ein Gehalt von 50.000 Euro zu erfassen.
  • Das Gehalt von Auszubildenden ist nicht in die Arbeitslöhne für Zerlegungszwecke einzubeziehen.
  •  Einmalige gewinnabhängige Vergütungen wie Tantiemen und Gratifikationen bleiben bei der Ermittlung der Arbeitslöhne für die Gewerbesteuerzerlegung außer Betracht.

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de

Aufklärungs- und Beratungspflichten des Versicherungsmaklers

Aufklärungs- und Beratungspflichten des Versicherungsmaklers

Urteil vom 10.03.2016, Az: I ZR 147/14

a) Die Pflichten des Versicherungsmaklers zur Aufklärung und Beratung umfassen vor allem die Fragen, welche Risiken der Versicherungsnehmer absichern sollte, wie die effektivste Deckung erreicht werden kann, bei welchem Risikoträger die Absicherung vorgenommen werden kann und zu welcher Prämienhöhe welche Risikoabdeckung erhältlich ist. Ein Versicherungsmakler erfüllt diese Pflichten nicht allein dadurch, dass er ohne Prüfung und Erörterung im konkreten Fall den Versicherungsnehmer auf Lücken einer bestehenden Versicherung sowie die dadurch hervorgerufenen wirtschaftlichen Risiken hinweist und einen Versicherungsschutz gegen alle Risiken empfiehlt.

b) Hat der Versicherungsmakler seine Prüfungs- und Beratungspflichten umfassend erfüllt und entscheidet sich der Versicherungsnehmer gegen die ihm vorgeschlagene, sach- und interessengerechte Vorgehensweise, kann der Versicherungsmakler für einen unzureichenden Versicherungsschutz des Versicherungsnehmers nicht verantwortlich gemacht werden. Der Versicherungsmakler ist in diesem Fall nicht verpflichtet, seine Empfehlung zu wiederholen und den Versicherungsnehmer gegen dessen erklärten Willen erneut zu beraten.

c) Ist der Versicherungsnehmer noch nicht oder nicht ausreichend beraten worden, darf der Versicherungsmakler keine sachwidrigen Weisungen akzeptieren und hat dafür zu sorgen, dass der Versicherungsnehmer eine für eine sach- und interessengerechte Entscheidung geeignete Entscheidungsgrundlage erhält. Der Versicherungsmakler darf von der Beratung eines nicht ausreichend informierten Versicherungsnehmers nur absehen, wenn der Versicherungsnehmer ihm unmissverständlich erklärt, dass er auf eine weitergehende Beratung verzichtet.

d) Der Versicherungsmakler, der seiner sekundären Darlegungslast zur Erfüllung seiner Aufklärungs- und Beratungspflichten nicht genügt hat, ist für seine Behauptung einer sach- und interessenwidrigen Weisung des Versicherungsnehmers und dessen Verzicht auf eine weitergehende Beratung darlegungsund beweisbelastet.

e) Hat der Versicherungsnehmer auf einen umfassenderen Versicherungsschutz und eine weitergehende Beratung durch den Versicherungsmakler verzichtet, ist dieser nicht gehalten, bei unveränderter Sachlage auf die damit verbundenen Risiken erneut hinzuweisen.

Steuererklärungen: Pflicht zur elektronischen Abgabe

Steuererklärungen: Pflicht zur elektronischen Abgabe

Bereits seit 2011 besteht für Gewerbetreibende, Land- und Forstwirte und auch für Privathaushalte mit einer Fotovoltaikanlage die Pflicht zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung und damit verbunden der Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Ab diesem Jahr wird die Finanzverwaltung konsequent die Abgabe von Steuererklärungen in Papierform als nicht abgegeben werten.

Hieraus können Verspätungszuschläge entstehen, die bis zu 10% der festgesetzten Steuer betragen können.

Gern sind wir bei Ihrer Steuererklärung behilflich und Sie können von der Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärungen bei Abgabe durch einen Steuerberater bis zum 31.12. Gebrauch machen.

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