Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug

Als Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes gilt, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Des Weiteren ist Unternehmer jedes selbständig tätige Wirtschaftsgebilde, das nachhaltig Leistungen gegen Entgelt ausführt.

Der Unternehmer hat vierteljährlich bis zum 10. Tag des Folgemonats eines Voranmeldezeitraumes eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abzugeben, in der er seine getätigten Umsätze meldet und versteuert. Es gibt die sogenannte Soll- und die sog. Ist-versteuerung (auf Antrag wenn Umsätze unter 500.000 EUR). Bei der Sollversteuerung wird bereits jeder Umsatz versteuert, sobald eine Leistung erbracht oder eine Rechnung geschrieben ist. Bei der Ist-versteuerung muss die Umsatzsteuer erst mit Erhalt der Zahlung über diesen Umsatz abgeführt werden. Liegt die Umsatzsteuerzahllast für ein Jahr über 7.500 EUR ist der Voranmeldezeitraum der Kalendermonat. Bei weniger als 1.000 EUR kann das Finanzamt den Unternehmer von der Abgabe der Voranmeldungen befreien, sodass nur eine Jahresmeldung einzureichen ist.

Bei Umsätzen unter 17.500 EUR im Kalenderjahr kann die Kleinunternehmerregelung angewandt werden, wodurch keine Umsatzsteuer abzuführen ist. ACHTUNG!: Eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung ist trotzdem einzureichen.

Der Unternehmer hat jedoch nicht nur Umsatzsteuer auf seine Umsätze abzuführen, sondern kann die bezahlte Umsatzsteuer (Vorsteuer) aus Eingangsrechnungen davon abziehen und die Zahllast an das Finanzamt so minimieren. Beispiel: Unternehmer U hat im Monat Mai für 5.000 EUR Leistungen erbracht. Diese muss er nun in unserem Fall mit 19% versteuern. Somit muss er 950 EUR Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Er hat aber auch Waren im Wert von 3.000 EUR gekauft. Die darauf gezahlte Vorsteuer i.H.v. 570 EUR darf er nun von den 950 EUR abziehen und hat somit eine Zahllast von 380 EUR an das Finanzamt.

Folgende Voraussetzungen müssen jedoch für den Vorsteuerabzug erfüllt sein:

Der Unternehmer ist kein Kleinunternehmer und führt keine steuerfreien Umsätze, die den Vorsteuerabzug ausschließen, aus.

Der Unternehmer besitzt eine nach dem Umsatzsteuergesetz korrekte Rechnung.

Eine nach dem Umsatzsteuergesetz korrekte Rechnung (über 150 EUR brutto) enthält folgende Angaben (Auszug aus dem Umsatzsteuergesetz nicht abschließend aufgeführt):

  1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  3. das Ausstellungsdatum
  4. eine fortlaufende … Rechnungsnummer
  5. die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung
  6. den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung …
  7. das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt …
  8. den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag …
  9. in den Fällen des § 14b Abs. 1 Satz 5 einen Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht des Leistungsempfängers
  10. in den Fällen der Ausstellung der Rechnung durch den Leistungsempfänger oder durch einen von ihm beauftragten Dritten gemäß Absatz 2 Satz 2 die Angabe „Gutschrift“

Bei sogenannten Kleinbetragsrechnungen unter einem Gesamtbetrag von 150 EUR genügen folgende Angaben:

  1. der vollständige Name und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers
  2. das Ausstellungsdatum
  3. die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung und
  4. das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe sowie den anzuwendenden Steuersatz

Nun ist es manchmal nicht so einfach zu erkennen, ob z.B. die Angabe des Leistungsempfängers korrekt ist. Ein sehr aktuelles Urteil des BFH sagt, dass unter der angegebenen Adresse auch wirtschaftliche Aktivitäten zu verzeichnen sein müssen und nicht nur eine postalisch Erreichbarkeit darstellt. Das könnte bedeuten, dass Postfachadressen in Zukunft nicht mehr zum Vorsteuerabzug genügen. Und solange keine korrekte Rechnung vorliegt, darf die Vorsteuer auch nicht geltend gemacht werden.

Ein guter Steuerberater kontrolliert die Rechnungen seiner Mandanten stetig und weist auf Unstimmigkeiten hin. Wir helfen Ihnen auch gerne weiter, falls Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben. Ihr Steuerberater Drews in Panitzsch.

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